Ruppiner Duathlon 18.04.2009

Ich fühlte mich sehr gut, wollte meine Vorjahreszeit und -platzierung (7.) verbessern und mischte mich schnell an der Spitze mit ein. Der schnellste Braminseeläufer (also kein direkter Konkurrent für mich) gab das Tempo vor, ich und der spätere Duathlon-Sieger direkt hinterher. Nach zwei Kilometern hatten wir ein Loch nach hinten, dann wechselten wir uns immer etwas ab. Die letzten 1,5km lief ich komplett von vorn. Erst auf den letzten Metern sprintete mich der Läufer ab, weil er wohl keinen Duathleten vorlassen wollte, dafür konnte ich als "first man into transition" gehen. Ein geiles Gefühl. Nach schnellem Wechsel ging ich mit 20s Vorsprung als ERSTER auf die Radstrecke, 1:32min war ich schneller gelaufen als im letzten Jahr!!

Auf den ersten 5km hatte ich dann Psychostress pur. Zum einen durch die vollkommen ungewohnte Frontposititon, die ich als alter Schwimmspezialist aus Trias natürlich nicht kenne;-). Zum anderen aber folgende Hindernisse: Zweimal bremste mich der Führungswagen aus, weil er nicht gedacht hätte, dass die ersten so schnell von der Laufstrecke zurückkommen würden. Außerdem (und das war viel schlimmer) sprang meine Kette nicht aufs dicke Blatt! Es ging einfach nicht und nach 1km war sie ganz unten. Mit Gegenschalten sprang sie wieder drauf, aber längst hatte ich erwartet, dass mich jemand überholen würde.
Als ich aus dem Ort war und das Tempo heben konnte (von jetzt an keine Kurven mehr) gelang es mir, aufs dicke Blatt zu schalten. Ich musste jetzt sehr sensibel fahren, immer schön über 90 U/min, nicht dicker als 53*15, bergab bis 53*13. Sobald meine Tf an kleinen Rampen sank und der Druck aufs Pedal größer wurde, sprang die Kette immer runter. Ich lernte, mich damit zu arrangieren: Ich schaltete vor jeder Steigung selbst aufs kleine und kettete dafür hinten so dick wie möglich, schleuderte im Wiegetritt hoch und bergab legte ich das dicke Wälzchen wieder auf. Es kostete mich dennoch viele Nerven. Ich fuhr oft in Oberlenkerhaltung, hatte immer wieder Brüche im Rhythmus. Deshalb freute ich mich sehr über den 40er Schnitt (4. Radsplit, 3min schneller 2008) und Platz 2 nach dem Radfahren.

Hin zum zweiten Lauf hatte ich erstmals in einem WK Krämpfe, wahrscheinlich wegen der seit Kallinchen 2008 nicht mehr praktizierten Zeitfahrhaltung. Auf der letzten Lichtung der winklingen Laufstrecke sah ich dann, dass weder nach vorn noch nach hinten etwas ging. Ich sicherte Platz 2 mit einer im Vergleich zum Vorjahr um 6 Minuten verbesserten Gesamtzeit ab und gewann die U23. Die Krämpfe offenbarten sich nach dem Zieleinlauf erst so richtig, als ich es 20min nicht einmal schaffte, mich hinzusetzen. Nach ein bisschen Austraben, Sonnenbestrahlung und dem Wechsel zu einer langen Hose ging es dann wieder.

Bin sehr zufrieden mit dem unerwartet guten Ergebnis und freue mich auf die Duas in Backnang und Storkow. Eigentlich alles als Vorbereitung unter WK-Bedingungen für den Tria-Sommer gedacht, aber so darf es gerne weitergehen :-).

Agnieszka als 4. Frau (2. W30) und Frank als 6. der M45 durften sich zurecht ebenfalls über einen gelungenen Saisoneinstand freuen!

Beste Grüße
Matthias

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