Die Generalprobe 30.08.09

Nach langen Überlegungen für den richtigen Saisonabschlusswettkampf fiel die Wahl auf den SCC-Halbmarathon "Die Generalprobe" (SportScheck Berliner Stadtlauf) im Grunewald. Es war einfach zu verlockend, mal im gewohnten Radtrainingsgebiet einen Wettkampf zu bestreiten. Von der Strecke war ich abgesehen von einem kleinen Trampelpfad jeden einzelnen Meter schon mal mit Rennrad, MTB oder laufend entlang gekommen - Heimspiel also!
Dass die Konkurrenz aufgrund des zeitgleich stattfinden Mercedes-Benz-HM nicht gigantisch sein würde, hatte ich mir schon gedacht, aber als ich schon bei KM 1 Schulter an Schulter mit dem Führenden laufen würde, hatte ich bei 1.400 Teilnehmern nicht erwartet. Er hatte die gleiche Zielzeit wie ich (1:17h, ca. 3:40min/km) und da er mit seinen 10 Jahren Reifevorsprung auch so wirkte, als ob er die auf gleichmäßigem Wege erreichen könnte, orientierte ich mich zunächst an ihm. Bei KM 3 übernahm ich die Führung und bei KM 6, wo es den Kronprinzessinnenweg bergauf ging, löste ich mich plötzlich leicht.
Da mein Training das ganze Jahr über auf kürzere Strecken ausgelegt gewesen war, hatte ich Mordsrespekt vor der Gesamtlänge, wollte aber auch nicht kleinbeigeben. Bei der Wende am Fuße der Havelchaussee zählte ich 12s Vorsprung auf den Zweiten und 18s auf das nächste Trio. Keine Welt also! Nun kam mir das ganze Starterfeld entgegen und feuerte mich an, aber das brauchte ich auch, denn in nur 3km hatte der Zweite seinen Rückstand zugelaufen und klebte plötzlich an meinen Fersen. Ich erwartete, dass er mir davonlaufen würde und konzentrierte mich auf ein konstantes Tempo (5km 17:57, 10km 36:14, 15km 54:24). Doch er richtete sich hinter mir häuslich ein und machte keine Anstalten, anzugreifen oder wenigstens Führungsarbeit zu übernehmen.
Ein bisschen machte mich das nervös, aber je länger er hinter mir lief, desto mehr wuchs mein Selbstbewusstsein, ihn vielleicht doch schlagen zu können. Bei KM 17 forcierte ich bergab und rannte dann gleich mit viel Risiko in den Gegenanstieg. Bis zur Kuppe hielt er mit, doch bei KM 18 entfernte sich das Geräusch seiner Schritte und seines Atmens.
Schüchtern schaute ich hin und wieder zurück, versuchte weiter zu beschleunigen (20km in 1:12:27h) und gab auf dem letzten KM nochmal Gas. Als ich den Eingang zum Mommsenstadion erreichte, durfte ich mir sicher sein. In 1:16:25h erreichte ich das Ziel als Erster der fast 2.000 Teilnehmer, einfach der Wahnsinn!!! Die nächsten vier lagen alle innerhalb einer Minute, aber es hatte echt gereicht!
Es war etwas ungewohnt, im Ziel ein Interview geben zu müssen, aber daran soll es ja nicht scheitern!
Jetzt geht's in die Saisonpause, besser hätte der Abschluss nicht sein können:-)))!

Ergebnisse

Newsseite